Jetzt in der Vor-Silvester Zeit dreht sich in der Weinwelt natürlich alles um Schaumwein. Doch zum Jahreswechsel muss es nicht immer Champagner sein (darf es aber ruhig). Grade aus Deutschland kommt nicht nur billiger Faber- oder Rotkäppchen Sekt mit Plastik-Korken und Kopfschmerzgarantie, sondern auch nach der "methode champenoise", also klassischer Flaschengärung, hergestellter Jahrgangs- und Lagensekt.
Eines in Sachen Qualität führenden Sekthäuser hier zu Lande, ist die Sektmanufaktur Schloss Vaux in Eltville im Rheingau. Das Einstiegsmodel des Hauses ist die Cuveé Vaux, ein Verschnitt von Weisburgunder, Riesling und weißgekeltertem Spätburgunder. Der Wein wurde 15 Monate auf der Hefe gelagert und dann degorgiert.
Der 2009er duftet nach Backhefe und gelbem Obst. Am Gaumen mit erfrischender Rieslingsäure und fruchtigen Aromen von Aprikosen und Cantoloupe Melone. Im Abgang sorgen die Burgunder Rebsorten für einen cremigen, gut haftenden Abgang.
Wer Silvester sein Geld nicht für teuren Champagner ausgeben will und trotzdem mit Stil anstoßen möchte, der ist hiermit gut bedient.
Alk: 12%
Preis: ca 12€
Getrunken bei: Biedermeier Dortmund
Punkte: 87/100
Samstag, 29. Dezember 2012
Montag, 17. Dezember 2012
Uncorked: 2010er "Prestige" Pouilly Fumé, Domaine Bouchot
Um einer Verwechslung vorzubeugen, eine wichtige Information vorweg: Ein Pouilly Fumé kommt von der Loire und ist aus Sauvignon Blanc Trauben gemacht, während ein Pouilly Fuissé aus dem Burgund kommt und aus Chardonnay gekeltert wird. Get it ?!
Dieser Pouilly Fumé stammt vom Biobetrieb Domaine Bouchot aus dem Jahrgang 2010. Ein klassischer französischer Sauvignon Blanc wie er im Buche steht: irgend wie komisch, anders, mit Aromen die erst nicht so richtig zusammen passen und gefallen wollen, doch beim zweiten Schluck versteht man ihn dann und er wird immer interessanter. In der Nase nach grüner Paprika, Holunderblüte und frisch gemähtem Gras. Am Gaumen saftig und komplex mit Aromen von Passionsfrucht und Brennnesseltee. Dezente kreidige Mineralität, milde Säure und ein guter, griffiger Abgang. Ein Wein den ich am liebsten Solo trinke, weil er einfach nicht langweilig wird.
Alk: 13%
Preis: 14€
Punkte: 88/100
Dienstag, 27. November 2012
Uncorked: 2009er "Les Origines", Châteauneuf du Pape, Domaine GrandVeneur
Bei einer kleinen Frankreich-Weinprobe bei uns im Restaurant fand ich mein persönliches Highlight im 2009er Les Origines aus der AC Châteauneuf du Pape, an der Süd-Rhône. Den Winzern Sebastién und Christophe Jaume gelang in diesem extrem heißen und trockenem Sommer, durch viel Handarbeit und stark reduzierte Erträge ein großartiger Rotwein. 33 hl/ha von ausschließlich mindestens 70 Jahre alten Rebstöcken ergaben in diesem Jahr nur 1.800 Kisten. Der Wein besteht aus 50% Grenache, 30% Mouvedre und 20% Syrah und wurde 18 Monate in Barrique Fässern gelagert.
Im Glas mit dunkler schwarz-violetter Farbe. Der Wein duftet nach Brombeeren, Bleistift und Lagerfeuer. Am Gaumen überwältigend üppig. Die Fruchtaromen von schwarzen Beeren und Kirschen halten sich eher im Hintergrund, der Wein wird dominiert von konzentrierter, dichter Aromatik von Lavendel, Leder, getrockneten Kräutern und Rauch. Unglaublich kraftvoll, der hohe Alkoholgehalt ist natürlich spürbar, aber nicht störend. Die Tannine sind weich und wirken fast süß. Der herrlich würzige Abgang bleibt lange haften.
Alk: 15,5%
Preis: 38€
Punkte: 93+/100
Im Glas mit dunkler schwarz-violetter Farbe. Der Wein duftet nach Brombeeren, Bleistift und Lagerfeuer. Am Gaumen überwältigend üppig. Die Fruchtaromen von schwarzen Beeren und Kirschen halten sich eher im Hintergrund, der Wein wird dominiert von konzentrierter, dichter Aromatik von Lavendel, Leder, getrockneten Kräutern und Rauch. Unglaublich kraftvoll, der hohe Alkoholgehalt ist natürlich spürbar, aber nicht störend. Die Tannine sind weich und wirken fast süß. Der herrlich würzige Abgang bleibt lange haften.
Alk: 15,5%
Preis: 38€
Punkte: 93+/100
Donnerstag, 22. November 2012
Burgunder zum Erntedankfest
Thanksgiving. Ein Fest, welches bei uns in Deutschland ja nicht wirklich gefeiert wird. Für mich aber ein Grund mir ein Truthahn-Sandwich zu machen und mir eine gute Flasche Rotwein zu öffnen. Schon länger war ich neugierig auf eine Flasche 2009er Savigny Les Beaune, ein Pinot Noir von der Côte de Beaune im Burgund, eine Empfehlung der Weinhändlerin meines Vertrauens. Der Wein stammt vom Kalkboden der winzigen Einzellage " Les Pimentiers" und wurde gekeltert von der Domaine Arnoux Père & Fils.
Im Glas absolut Pinot Noir typisch: Glänzendes, transparentes Rubin-Rot. In der Nase eher verhalten nach roten Früchten und verbranntem Holz. Am Gaumen mit ordentlich frischer Säure und Aromen von Himbeere, Kirschen und vorallem Sauerkraut. Eher leicht, aber komplex mit weichen Tanninen. Im Abgang kommen noch mehr Gemüse Noten von grüner Paprika und etwas Meerrettich dazu. Ein wirklich interessanter Tropfen, der in den nächsten Jahren sicher noch zulegen wird. Wer neue Geschmackseindrücke sucht, der wird sie bei diesem Burgunder finden.
Alk:13%
Preis: ca. 20€
Gekauft bei: Der Franzose
Punkte: 89+/100
Im Glas absolut Pinot Noir typisch: Glänzendes, transparentes Rubin-Rot. In der Nase eher verhalten nach roten Früchten und verbranntem Holz. Am Gaumen mit ordentlich frischer Säure und Aromen von Himbeere, Kirschen und vorallem Sauerkraut. Eher leicht, aber komplex mit weichen Tanninen. Im Abgang kommen noch mehr Gemüse Noten von grüner Paprika und etwas Meerrettich dazu. Ein wirklich interessanter Tropfen, der in den nächsten Jahren sicher noch zulegen wird. Wer neue Geschmackseindrücke sucht, der wird sie bei diesem Burgunder finden.
Alk:13%
Preis: ca. 20€
Gekauft bei: Der Franzose
Punkte: 89+/100
Dienstag, 16. Oktober 2012
Schnäppchen: Der Große Johnson
Heute mal ein echter Kauf Tipp ! Wer sich DAS Nachschlagewerk der Weinwelt zulegen will der sollte das am besten jetzt tun. Denn "Der Große Johnson" feiert Jubiläum und kostet daher nicht die gewohnten 50€, sondern nur die Hälfte. Der fast 700 Seiten starke Wälzer von Wein-Guru Hugh Johnson und Steven Brooks enthält alle wichtigen Informationen über Rebsorten, Anbauregionen und Winzer weltweit. Auch viel wissenswertes über den Umgang mit Wein, vom dekantieren bis zur richtigen Lagerung. Als Update erscheint jährlich dazu der Kleine Johnson.
Samstag, 13. Oktober 2012
Klassiker aus der Toskana und Geheimtipp aus dem Piemont
Tignanello. Das ist sogar den meisten Nicht-Weintrinkern ein Begriff. Und wenn nicht, dann erkennen viele die Flasche wieder: "Ja der steht bei meinem Lieblingsitaliener in der Vitrine !" Zurecht genießt dieser Wein aus dem Herzen des Chiantis Kultstatus. Der Tignanello der Familie Antinori war bahnbrechend für alle Weine aus der Toskana. Der erste Jahrgang wurde 1970 gekeltert und war der erste in Barrique ausgebaute Sangiovese, der mit nicht traditionellen französischen Rebsorten verschnitten wurde. Auch, dass die Trauben aus nur einem einzelnen Weinberg stammten war damals neu. Die Trauben für diesen ersten Supertoskaner werden von Hand geerntet und ebenfalls per Hand auf Tischen selektiert. Nur bestes Lesegut gelangt in die Presse.
Der Jahr 2006 war optimal für die Tenuta Tignanello: Warme Tage und kalte Nächte im September und Oktober brachten Lesegut in höchster Qualität hervor. In diesem Jahrgang besteht der Tignanello aus 85% Sangiovese, 10% Cabernet Sauvignon und 5% Cabernet Franc und wurde 12 Monate in Barrique Fässern ausgebaut.
In der Nase betörend nach Kirschen, Gewürzen und ein wenig nach Gemüse. (Evtl vom Cabernet Franc) Im Mund ein echtes Brett: Beim ersten Schluck wird der Gaumen von Sauerkirsch, Cassis und Mokka Aromen geradezu attackiert. Sehr üppig und vollmundig, im wahrsten Sinne. Wirkt aber durch die straffe Säure nicht fett. Noch recht stramme Tannine zeigen das riesen Lagerpotential. Dieser Wein hat seinen Zenit noch längst nicht erreicht. Ich denke 5-8 weitere Jahre Lagerung und es könnte ein 95+ Punkte Wein werden.
Alk: 13,5%
Preis: ca. 55€
Punkte: 92/100
Der nächste Wein ist (noch) ein echter Geheimtipp. Er kommt aus dem Piemont, aus einer nur ca. 15 Hektar großen DOC mit dem Namen Ruche di Castagnole Monferrato. Ruche ist auch die rote Rebsorte aus welcher der "Laccento" zu 100% hergestellt wird. Diese Traubensorte ergibt einen sehr duftigen und Aromatischen Wein. Dem 2009er verlieh der renommierte italienische Weinkritiker Luca Maroni 99 von 100 Punkten ! Doch man muss etwas Geduld mitbringen um der wahren Größe und Finesse dieses Weines auf die Spur zu kommen. Fünf Stunden in der Karaffe braucht der Wein mindestens, damit er anfängt sich zu öffnen. Am besten man öffnet die Flasche bereits einen Tag vorher, denn dann wird man mit einem wirklich faszinierenden Tropfen belohnt.
Beim ersten reinriechen dachte ich direkt an Pinot Noir: Himbeeren, Rosen und auch der Duft von Räucherfleisch und verbranntem Holz schlägt einem entgegen, obwohl dieser Wein komplett im Stahltank ausgebaut wurde und nie ein Holzfass gesehen hat. Am Gaumen unglaublich komplex, leichtfüßig und elegant mit Aromen von roten Waldbeeren. Säure und Alkohol sind bereits perfekt eingebunden, mit Tanninen so seidig wie...ja wie Seide eben ! Der Wein bleibt extrem lange haften und beschert ein großartiges Finish. Dieser Wein der Agricola Montalbera ist leider nicht ganz so leicht zu finden da jährlich nur ca. 8000 Flaschen produziert werden. Doch wenn sich die Chance ergibt, zuschlagen !
Alk: 14,5%
Preis: ca. 20€
Gekauft bei: Kampmann
Punkte: 94+/100
Der Jahr 2006 war optimal für die Tenuta Tignanello: Warme Tage und kalte Nächte im September und Oktober brachten Lesegut in höchster Qualität hervor. In diesem Jahrgang besteht der Tignanello aus 85% Sangiovese, 10% Cabernet Sauvignon und 5% Cabernet Franc und wurde 12 Monate in Barrique Fässern ausgebaut.
In der Nase betörend nach Kirschen, Gewürzen und ein wenig nach Gemüse. (Evtl vom Cabernet Franc) Im Mund ein echtes Brett: Beim ersten Schluck wird der Gaumen von Sauerkirsch, Cassis und Mokka Aromen geradezu attackiert. Sehr üppig und vollmundig, im wahrsten Sinne. Wirkt aber durch die straffe Säure nicht fett. Noch recht stramme Tannine zeigen das riesen Lagerpotential. Dieser Wein hat seinen Zenit noch längst nicht erreicht. Ich denke 5-8 weitere Jahre Lagerung und es könnte ein 95+ Punkte Wein werden.
Alk: 13,5%
Preis: ca. 55€
Punkte: 92/100
Der nächste Wein ist (noch) ein echter Geheimtipp. Er kommt aus dem Piemont, aus einer nur ca. 15 Hektar großen DOC mit dem Namen Ruche di Castagnole Monferrato. Ruche ist auch die rote Rebsorte aus welcher der "Laccento" zu 100% hergestellt wird. Diese Traubensorte ergibt einen sehr duftigen und Aromatischen Wein. Dem 2009er verlieh der renommierte italienische Weinkritiker Luca Maroni 99 von 100 Punkten ! Doch man muss etwas Geduld mitbringen um der wahren Größe und Finesse dieses Weines auf die Spur zu kommen. Fünf Stunden in der Karaffe braucht der Wein mindestens, damit er anfängt sich zu öffnen. Am besten man öffnet die Flasche bereits einen Tag vorher, denn dann wird man mit einem wirklich faszinierenden Tropfen belohnt.
Beim ersten reinriechen dachte ich direkt an Pinot Noir: Himbeeren, Rosen und auch der Duft von Räucherfleisch und verbranntem Holz schlägt einem entgegen, obwohl dieser Wein komplett im Stahltank ausgebaut wurde und nie ein Holzfass gesehen hat. Am Gaumen unglaublich komplex, leichtfüßig und elegant mit Aromen von roten Waldbeeren. Säure und Alkohol sind bereits perfekt eingebunden, mit Tanninen so seidig wie...ja wie Seide eben ! Der Wein bleibt extrem lange haften und beschert ein großartiges Finish. Dieser Wein der Agricola Montalbera ist leider nicht ganz so leicht zu finden da jährlich nur ca. 8000 Flaschen produziert werden. Doch wenn sich die Chance ergibt, zuschlagen !
Alk: 14,5%
Preis: ca. 20€
Gekauft bei: Kampmann
Punkte: 94+/100
Samstag, 15. September 2012
Uncorked: 2009er Grand Reserve Cab. Sauvignon, Kandall-Jackson
In Deep Downtown Manhattan, ganz in der Nähe der Wallstreet stieß ich auf einen, im Kellergeschoss gelegenen Wineshop mit dem Namen "NY Wine Exchange". Von außen eher unscheinbar, innen riesig mit einer enormen Außwahl, vorallem an Bordeaux und Californischen Weinen. Da ein Mitbringsl für die Arbeitskollegen quasi Pflicht ist, fragte ich den Althippi-Verkäufer nach einem Californischen Cabernet Sauvignon bis 40$. Mit den Worten "Big Napa Cab with great Value" drückte er mir eine Flasche 2009er Grand Reserve vom Weingut Kandall-Jackson aus Sonoma County in die Hand.
Dieser Wein wurde von Robert Parker mit 90 Punkten bewertet und ist eine Cab Cuveé aus 88% Cabernet Sauvignon, 7% Petit Verdot, 3% Merlot und 2% Cab Franc. Nur 6% der gesammten Cabernet Ernte schafft es nach der Fasslagerung in diese Spitzencuvee des Hauses.
Schon aus der Karaffe strömt einem ein Duft, wie ein ganzer Korb reife Schwarze Johannisbeeren, entgegen. Am Gaumen dicht und stoffig mit Aromen von Cassis, Brombeeren und Gewürznoten wie Zimt und Muskat. Die 17 Monate im Fass bringen noch eine leichte Rauchnote hinzu. Weiche geschliffene Tannine. Mittellanger, schokoladiger Abgang. Ein wirklich gelungener Vertreter seiner Zunft, doch für uns preisverwöhnten Europäer, natürlich auch eine Menge Dollars.
Alk: 13,5%
Preis: 35$
Gekauft bei: NY Wine Exchange
Dekantiert: 2h
Punkte: 88+/100
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