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Mittwoch, 14. Mai 2014

London - Europas Weinhauptstadt ?

Wenn man an traditionsreiche Weinländer denkt, dann sicher erst einmal an Frankreich, Italien oder Spanien, nicht unbedingt an ans gute, alte Great Britain. Auch wenn im Süden der Insel einige tolle Schaumweine erzeugt werden, ist England als Weinbauland doch eher zu vernachlässigen. Doch ist England und grade London, eng mit dem Thema Wein verknüpft. Als emsiges Seefahrervolk hatten die Briten schon früh ihre Finger im Weinhandel. Ohne das Empire würde es Portwein, Sherry oder sogar Bordeauxweine in ihrer heutigen Form eventuell nicht geben. Geht man heute durch London, spürt man diese enge Beziehung zu vergorenem Traubensaft noch immer. 

Ich behaupte es gibt nur sehr wenige Städte auf der Welt, wo man so gut Wein kaufen und trinken kann. Los geht es schon im einfachen Tesco oder Marks and Spencer Supermarkt. Die Auswahl, vorallem an französischen Weinen ist gigantisch. Ganz oben auf der Beliebtheitsskala der Londoner: Champagner, Chablis und Rosé ! Hier ist die Auswahl im Supermarkt oft besser als in vielen deutschen Weinfachhandlungen. Über zehn verschiedene Etiketten, alleine in der Kühlung, sind keine Seltenheit. Wenn einem das nicht reicht, geht man zu einem der bekannten großen Weinhändlern, wie z.B. Berry Bros and Rudd oder Hedonism Wines. Letzteren besuchte ich dieses Jahr zum ersten mal und es verschlug mir beinahe die Sprache. Im oberen Bereich gibt es eine atemberaubende Auswahl an Spirituosen, Sake und Weißweinen aus aller Welt. Doch die Freakshow beginnt im Keller. Bordeaux in allen Jahrgängen und Größen die man sich vorstellen kann, über 100 Jahrgänge Chateau Yquem, ein seperater Burgunder Raum und eine extra designte Kammer ausschließlich mit seltenen Weine von Sine Qua Non. Einfach irre ! Dazu gibt es ein Stickstoff Zapfsystem, an dem man sich mit der Hedonism Card auch mal ein kleines Gläschen Gaja oder alten Bordeaux gönnen kann...




Die Londoner Gastronomieszene lässt natürlich auch keine vinophilen Wünsche offen. Es gibt eine Menge toller Winebars mit innovativen Konzepten. Eine davon ist das Bubbledog in der Charlotte Street in Soho. Hier dreht sich alles um zwei Dinge: Champagner aus eher kleinen, unbekannteren Häusern und abgedrehte Hotdogs ! Wir genossen zu unserem "Macdaddy", einem Hotdog mit Maccaroni, Käse, Röstzwiebeln und Speckchips, einen herrlich fruchtigen Roséchampagner aus dem Hause Juilett Lallement mit Aromen von Erdbeeren, Kirschlikör und Cranberry. (89/100) Der Laden ist randvoll mit den unterschiedlichsten Leuten,von Anzug tragenden After-Workern bis zu alternativen Hippstern und alle genießen ihre Wurst im Brötchen mit französischen Bubbles... Der Hammer !




Wer mehr Luxus sucht, der sollte eines der vielen Top Restaurants in London besuchen. Wir entschieden uns für das Petrus von TV Koch Gordon Ramsay. Das Zentrum des Speisesaals bildet ein runder, begehbarer und vollverglaster Weinklimaschrank. Sehr eindrucksvoll ! Zum Tasting Menu wählte ich die von Head Sommelier Sylvian Gergeaux zusammengestellte Weinbegleitung und wurde nicht enttäuscht. Der Wein des Abend war für mich der 2011er Fiefs Vendeens, Les Haut de Clous, von der Domaine de St. Nicolas, ein Chenin Blanc von der Loire, serviert zu gebratenen Jakobsmuscheln. Intensive Aromen von reifer Birne, darüber ein Parfum von Zitronenschale. Am Gaumen mit viel Druck, salzig, erdig mit Birnen und Aprikosen Noten...(93/100)



#LondonWineCity 

Sonntag, 22. Dezember 2013

Poppin' a good bottle..!

So erstmal ein paar Tage frei ! An den Weihnachtsfeiertagen muss ich mich natürlich noch mal in die Restaurant Küche stellen, aber danach ist Urlaub angesagt. Grund genug den Korken knallen zu lassen. Da es Heilig Abend dieses Jahr keinen Champagner geben wird (dazu bald mehr), gibt es heute schonmal ein Fläschchen französische Edelbrause. Aber nicht irgendwas ! Vintage, Baby !  

Und zwar aus dem Hause Nicolas Feuillatte, dem wie es heißt meistgekauften Champagner in Frankreich. Von Feuillatte gibt es zwischen dem Basis Champagner Brut Reserve und der weltbekannten Prestige Cuveé Palm D'Or noch einiges mehr im Sortiment. Eigentlich immer mit einem sehr gutem Preis-Leistungs Verhältnis. 



So auch der Blanc de Noir Jahrgangs Champagner von 2004, welcher ausschließlich aus der Rebsorte Pinot Noir gekelltert wurde. Blanc de Noir, also "Schwarz aus Weiß" bedeutet, dass hier ein weißer Wein aus roten Trauben gemacht wurde. Da sich die roten Farbpigmente nur in der Schale der Trauben befinden, kann man durch sehr sanftes Pressen einen weißen Most gewinnen und diesen zu Wein vergären. 

Das spiegelt sich auch im Duft diese Grand Cru Champagners wieder: Neben Noten von Orangenblüten, Weißbrot, und hellem Honig findet man auch Aromen von roten Früchten wie roten Johannisbeeren und Brombeeren. Auch am Gaumen setzt sich die Aromatik von roten Beeren und süßen Zitrusfrüchten fort. Dieser 2004er punktet weiter mit Vielschichtigkeit und Finesse, ist sehr dicht und trotzdem leicht. Gut balancierte Säure verleiht ihm dazu noch einen extrem langen Abgang.
Heute Abend wird er dann noch als Essenbegleiter herhalten müssen...auch das wird dieser Blanc de Noir locker meistern !

Alk: 12,5%
Preis: 54 €
Punkte: 94/100