Bei einer kleinen Frankreich-Weinprobe bei uns im Restaurant fand ich mein persönliches Highlight im 2009er Les Origines aus der AC Châteauneuf du Pape, an der Süd-Rhône. Den Winzern Sebastién und Christophe Jaume gelang in diesem extrem heißen und trockenem Sommer, durch viel Handarbeit und stark reduzierte Erträge ein großartiger Rotwein. 33 hl/ha von ausschließlich mindestens 70 Jahre alten Rebstöcken ergaben in diesem Jahr nur 1.800 Kisten. Der Wein besteht aus 50% Grenache, 30% Mouvedre und 20% Syrah und wurde 18 Monate in Barrique Fässern gelagert.
Im Glas mit dunkler schwarz-violetter Farbe. Der Wein duftet nach Brombeeren, Bleistift und Lagerfeuer. Am Gaumen überwältigend üppig. Die Fruchtaromen von schwarzen Beeren und Kirschen halten sich eher im Hintergrund, der Wein wird dominiert von konzentrierter, dichter Aromatik von Lavendel, Leder, getrockneten Kräutern und Rauch. Unglaublich kraftvoll, der hohe Alkoholgehalt ist natürlich spürbar, aber nicht störend. Die Tannine sind weich und wirken fast süß. Der herrlich würzige Abgang bleibt lange haften.
Alk: 15,5%
Preis: 38€
Punkte: 93+/100
Dienstag, 27. November 2012
Donnerstag, 22. November 2012
Burgunder zum Erntedankfest
Thanksgiving. Ein Fest, welches bei uns in Deutschland ja nicht wirklich gefeiert wird. Für mich aber ein Grund mir ein Truthahn-Sandwich zu machen und mir eine gute Flasche Rotwein zu öffnen. Schon länger war ich neugierig auf eine Flasche 2009er Savigny Les Beaune, ein Pinot Noir von der Côte de Beaune im Burgund, eine Empfehlung der Weinhändlerin meines Vertrauens. Der Wein stammt vom Kalkboden der winzigen Einzellage " Les Pimentiers" und wurde gekeltert von der Domaine Arnoux Père & Fils.
Im Glas absolut Pinot Noir typisch: Glänzendes, transparentes Rubin-Rot. In der Nase eher verhalten nach roten Früchten und verbranntem Holz. Am Gaumen mit ordentlich frischer Säure und Aromen von Himbeere, Kirschen und vorallem Sauerkraut. Eher leicht, aber komplex mit weichen Tanninen. Im Abgang kommen noch mehr Gemüse Noten von grüner Paprika und etwas Meerrettich dazu. Ein wirklich interessanter Tropfen, der in den nächsten Jahren sicher noch zulegen wird. Wer neue Geschmackseindrücke sucht, der wird sie bei diesem Burgunder finden.
Alk:13%
Preis: ca. 20€
Gekauft bei: Der Franzose
Punkte: 89+/100
Im Glas absolut Pinot Noir typisch: Glänzendes, transparentes Rubin-Rot. In der Nase eher verhalten nach roten Früchten und verbranntem Holz. Am Gaumen mit ordentlich frischer Säure und Aromen von Himbeere, Kirschen und vorallem Sauerkraut. Eher leicht, aber komplex mit weichen Tanninen. Im Abgang kommen noch mehr Gemüse Noten von grüner Paprika und etwas Meerrettich dazu. Ein wirklich interessanter Tropfen, der in den nächsten Jahren sicher noch zulegen wird. Wer neue Geschmackseindrücke sucht, der wird sie bei diesem Burgunder finden.
Alk:13%
Preis: ca. 20€
Gekauft bei: Der Franzose
Punkte: 89+/100
Dienstag, 16. Oktober 2012
Schnäppchen: Der Große Johnson
Heute mal ein echter Kauf Tipp ! Wer sich DAS Nachschlagewerk der Weinwelt zulegen will der sollte das am besten jetzt tun. Denn "Der Große Johnson" feiert Jubiläum und kostet daher nicht die gewohnten 50€, sondern nur die Hälfte. Der fast 700 Seiten starke Wälzer von Wein-Guru Hugh Johnson und Steven Brooks enthält alle wichtigen Informationen über Rebsorten, Anbauregionen und Winzer weltweit. Auch viel wissenswertes über den Umgang mit Wein, vom dekantieren bis zur richtigen Lagerung. Als Update erscheint jährlich dazu der Kleine Johnson.
Samstag, 13. Oktober 2012
Klassiker aus der Toskana und Geheimtipp aus dem Piemont
Tignanello. Das ist sogar den meisten Nicht-Weintrinkern ein Begriff. Und wenn nicht, dann erkennen viele die Flasche wieder: "Ja der steht bei meinem Lieblingsitaliener in der Vitrine !" Zurecht genießt dieser Wein aus dem Herzen des Chiantis Kultstatus. Der Tignanello der Familie Antinori war bahnbrechend für alle Weine aus der Toskana. Der erste Jahrgang wurde 1970 gekeltert und war der erste in Barrique ausgebaute Sangiovese, der mit nicht traditionellen französischen Rebsorten verschnitten wurde. Auch, dass die Trauben aus nur einem einzelnen Weinberg stammten war damals neu. Die Trauben für diesen ersten Supertoskaner werden von Hand geerntet und ebenfalls per Hand auf Tischen selektiert. Nur bestes Lesegut gelangt in die Presse.
Der Jahr 2006 war optimal für die Tenuta Tignanello: Warme Tage und kalte Nächte im September und Oktober brachten Lesegut in höchster Qualität hervor. In diesem Jahrgang besteht der Tignanello aus 85% Sangiovese, 10% Cabernet Sauvignon und 5% Cabernet Franc und wurde 12 Monate in Barrique Fässern ausgebaut.
In der Nase betörend nach Kirschen, Gewürzen und ein wenig nach Gemüse. (Evtl vom Cabernet Franc) Im Mund ein echtes Brett: Beim ersten Schluck wird der Gaumen von Sauerkirsch, Cassis und Mokka Aromen geradezu attackiert. Sehr üppig und vollmundig, im wahrsten Sinne. Wirkt aber durch die straffe Säure nicht fett. Noch recht stramme Tannine zeigen das riesen Lagerpotential. Dieser Wein hat seinen Zenit noch längst nicht erreicht. Ich denke 5-8 weitere Jahre Lagerung und es könnte ein 95+ Punkte Wein werden.
Alk: 13,5%
Preis: ca. 55€
Punkte: 92/100
Der nächste Wein ist (noch) ein echter Geheimtipp. Er kommt aus dem Piemont, aus einer nur ca. 15 Hektar großen DOC mit dem Namen Ruche di Castagnole Monferrato. Ruche ist auch die rote Rebsorte aus welcher der "Laccento" zu 100% hergestellt wird. Diese Traubensorte ergibt einen sehr duftigen und Aromatischen Wein. Dem 2009er verlieh der renommierte italienische Weinkritiker Luca Maroni 99 von 100 Punkten ! Doch man muss etwas Geduld mitbringen um der wahren Größe und Finesse dieses Weines auf die Spur zu kommen. Fünf Stunden in der Karaffe braucht der Wein mindestens, damit er anfängt sich zu öffnen. Am besten man öffnet die Flasche bereits einen Tag vorher, denn dann wird man mit einem wirklich faszinierenden Tropfen belohnt.
Beim ersten reinriechen dachte ich direkt an Pinot Noir: Himbeeren, Rosen und auch der Duft von Räucherfleisch und verbranntem Holz schlägt einem entgegen, obwohl dieser Wein komplett im Stahltank ausgebaut wurde und nie ein Holzfass gesehen hat. Am Gaumen unglaublich komplex, leichtfüßig und elegant mit Aromen von roten Waldbeeren. Säure und Alkohol sind bereits perfekt eingebunden, mit Tanninen so seidig wie...ja wie Seide eben ! Der Wein bleibt extrem lange haften und beschert ein großartiges Finish. Dieser Wein der Agricola Montalbera ist leider nicht ganz so leicht zu finden da jährlich nur ca. 8000 Flaschen produziert werden. Doch wenn sich die Chance ergibt, zuschlagen !
Alk: 14,5%
Preis: ca. 20€
Gekauft bei: Kampmann
Punkte: 94+/100
Der Jahr 2006 war optimal für die Tenuta Tignanello: Warme Tage und kalte Nächte im September und Oktober brachten Lesegut in höchster Qualität hervor. In diesem Jahrgang besteht der Tignanello aus 85% Sangiovese, 10% Cabernet Sauvignon und 5% Cabernet Franc und wurde 12 Monate in Barrique Fässern ausgebaut.
In der Nase betörend nach Kirschen, Gewürzen und ein wenig nach Gemüse. (Evtl vom Cabernet Franc) Im Mund ein echtes Brett: Beim ersten Schluck wird der Gaumen von Sauerkirsch, Cassis und Mokka Aromen geradezu attackiert. Sehr üppig und vollmundig, im wahrsten Sinne. Wirkt aber durch die straffe Säure nicht fett. Noch recht stramme Tannine zeigen das riesen Lagerpotential. Dieser Wein hat seinen Zenit noch längst nicht erreicht. Ich denke 5-8 weitere Jahre Lagerung und es könnte ein 95+ Punkte Wein werden.
Alk: 13,5%
Preis: ca. 55€
Punkte: 92/100
Der nächste Wein ist (noch) ein echter Geheimtipp. Er kommt aus dem Piemont, aus einer nur ca. 15 Hektar großen DOC mit dem Namen Ruche di Castagnole Monferrato. Ruche ist auch die rote Rebsorte aus welcher der "Laccento" zu 100% hergestellt wird. Diese Traubensorte ergibt einen sehr duftigen und Aromatischen Wein. Dem 2009er verlieh der renommierte italienische Weinkritiker Luca Maroni 99 von 100 Punkten ! Doch man muss etwas Geduld mitbringen um der wahren Größe und Finesse dieses Weines auf die Spur zu kommen. Fünf Stunden in der Karaffe braucht der Wein mindestens, damit er anfängt sich zu öffnen. Am besten man öffnet die Flasche bereits einen Tag vorher, denn dann wird man mit einem wirklich faszinierenden Tropfen belohnt.
Beim ersten reinriechen dachte ich direkt an Pinot Noir: Himbeeren, Rosen und auch der Duft von Räucherfleisch und verbranntem Holz schlägt einem entgegen, obwohl dieser Wein komplett im Stahltank ausgebaut wurde und nie ein Holzfass gesehen hat. Am Gaumen unglaublich komplex, leichtfüßig und elegant mit Aromen von roten Waldbeeren. Säure und Alkohol sind bereits perfekt eingebunden, mit Tanninen so seidig wie...ja wie Seide eben ! Der Wein bleibt extrem lange haften und beschert ein großartiges Finish. Dieser Wein der Agricola Montalbera ist leider nicht ganz so leicht zu finden da jährlich nur ca. 8000 Flaschen produziert werden. Doch wenn sich die Chance ergibt, zuschlagen !
Alk: 14,5%
Preis: ca. 20€
Gekauft bei: Kampmann
Punkte: 94+/100
Samstag, 15. September 2012
Uncorked: 2009er Grand Reserve Cab. Sauvignon, Kandall-Jackson
In Deep Downtown Manhattan, ganz in der Nähe der Wallstreet stieß ich auf einen, im Kellergeschoss gelegenen Wineshop mit dem Namen "NY Wine Exchange". Von außen eher unscheinbar, innen riesig mit einer enormen Außwahl, vorallem an Bordeaux und Californischen Weinen. Da ein Mitbringsl für die Arbeitskollegen quasi Pflicht ist, fragte ich den Althippi-Verkäufer nach einem Californischen Cabernet Sauvignon bis 40$. Mit den Worten "Big Napa Cab with great Value" drückte er mir eine Flasche 2009er Grand Reserve vom Weingut Kandall-Jackson aus Sonoma County in die Hand.
Dieser Wein wurde von Robert Parker mit 90 Punkten bewertet und ist eine Cab Cuveé aus 88% Cabernet Sauvignon, 7% Petit Verdot, 3% Merlot und 2% Cab Franc. Nur 6% der gesammten Cabernet Ernte schafft es nach der Fasslagerung in diese Spitzencuvee des Hauses.
Schon aus der Karaffe strömt einem ein Duft, wie ein ganzer Korb reife Schwarze Johannisbeeren, entgegen. Am Gaumen dicht und stoffig mit Aromen von Cassis, Brombeeren und Gewürznoten wie Zimt und Muskat. Die 17 Monate im Fass bringen noch eine leichte Rauchnote hinzu. Weiche geschliffene Tannine. Mittellanger, schokoladiger Abgang. Ein wirklich gelungener Vertreter seiner Zunft, doch für uns preisverwöhnten Europäer, natürlich auch eine Menge Dollars.
Alk: 13,5%
Preis: 35$
Gekauft bei: NY Wine Exchange
Dekantiert: 2h
Punkte: 88+/100
Freitag, 24. August 2012
Medaillen Spiegel und spanischer Chardonnay...
Oft sieht man im Supermarkt oder beim Fachhändler Weinflaschen die zugekleistert sind mit vielen kleinen, glänzenden Aufklebern. Auf diesen steht dann zum Beispiel "Silber Berliner Wein Trophy", "Bronze Decanter 2010" oder " Medaille d'or Chardonnay du Monde". Sind dies automatisch Spitzenweine die man auf jedenfall kaufen sollte ? Meiner Meinung nach Nein. Erstens werden bei solchen Wettbewerben, welche von Weinmarketing Firmen oder Fachzeitschriften veranstaltet werden, Tausende von Weinen eingereicht und bewertet. Das Problem dabei ist, dass es Hunderte Kategorien gibt und am Ende auch Tausende Medaillen verliehen werden. Bei der letzten Berliner Wein Trophy zum Beispiel wurden 4491 Weine eingereicht und 1316 (!) Medaillen vergeben. (und die Berliner Trophy vergibt keine Bronze!)
Das bedeutet das fast ein Drittel der eingereichten Produkte auch ausgezeichnet wurden. Bei anderen Wettbewerben liegt die Quote noch deutlich höher, teilweise bei über 70%.
Zweitens beurteilt nicht jeder Juror jeden Wein. Also werden die einzelnen Weine nur sehr subjektiv von wenigen oder sogar einzelnen Personen beurteilt. Wenn mein persönlicher Geschmack mit diesen also nicht übereinstimmt, kann es natürlich sein,dass mir ein prämierter Wein also garnicht zusagt.
Schlecht müssen solche Weine natürlich auch nicht sein ! Ein Wein der bei vielen Wettbewerben Auszeichnungen gewonnen hat ist z. B. der 2010er Chardonnay 234 von Enate aus dem Anbaugebiet Somontano, am Fuße der Pyrenäen. Der Wein duftet nach Äpfeln und Kräutern. Am Gaumen exotisch und würzig, nach Tropenfrüchten und Nüssen. Mittellanger, leicht cremiger Abgang. Der Alkohol spürbar, doch gut eingebunden.
Alk: 13,5%
Preis: ca. 11€
Gekauft bei: geschenkt bekommen
Punkte: 87/100
Donnerstag, 16. August 2012
Sackträger und Doosberg - Große Riesling Lagen
Der erste Riesling den ich vorstellen möchte, kommt vom Weingut Manz in Rheinhessen und ist eine 2011er Spätlese trocken von der Lage Oppenheimer Sackträger. Das Familienweingut existiert seit 1725 (9. Generationen !) und arbeitet sehr naturverbunden, mit höchsten Qualitätsansprüchen. Intensive Vorselektion und reduzierte Erträge, vorallem bei den Spitzenlagen, sind das Credo der Familie. Die Lage Sackträger wurde 1541 zum ersten mal in den Geschichtsbüchern erwähnt. Der süd-östliche Rebhang ist zu einer Bucht geformt, in der sich im Sommer die Hitze staut und das Termometer so auch mal auf 40-50 Grad klettert.
Der Wein verströmt einen leichten Duft nach grünen Äpfeln und Limettenschale. Am Gaumen sehr zitrusfruchtig: Limette, Grapefruit und Zitrone. Straffe Säure, wirkt aufgrund des jungen Alters noch etwas nervös. Extrem erfrischend mit leicht mineralischem Abgang. Ein solider Wein, gerade für die heißen Tage.
Alk: 13%
Preis: 10€
Gekauft bei: Weinresidenz
Punkte: 86+/100
Den zweiten Riesling entdeckte ein Arbeitskollege im Rammschregal eines Supermarktes und brachte die Flasche mit, um sie nach Feierabend zu öffnen. Es handelt sich um ein 2006er Erstes Gewächs vom VDP Weingut Querbach im Rheingau. Die Lage ist der Oestricher Doosberg. Hier stehen die Reben auf einem leichten Südhang, auf Löslehmboden, welcher mit Kiesbändern durchzogen ist, was für einen optimalen Wasserhaushalt in dieser Rheingauer Spitzenlagen sorgt
Im Glas zeigt der Wein seine klare gelbe Farbe mit leichten grünen Reflexen. In der Nase und am Gaumen mit Aromen von reifen roten Äpfeln, etwas Honig und Holunderblüte. Sehr dicht mit komplexer Kräuterwürze und einer Note die uns stark an asiatischen Ume-Pflaumenwein erinnerte, den es beim Chinesen um die Ecke als Digestif gibt. Trotz seiner 6 Jahre auf der Flasche ist dieses Erste Gewächs immernoch sehr saftig und frisch. Herrlicher, langer und mineralischer Abgang. Ein reifer Riesling erster Güte ! (Trotz des etwas merkwürdigen kronkorkenartigen Verschlusses ;)
Alk: 12%
Preis: 13€
Gekauft bei: Rewe !
Punkte: 90/100
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